Eine praktische Checkliste für den März, damit dein Outdoor-Anbau vom ersten Tag an gut läuft.
Im März geht's offiziell los mit der Planung und Vorbereitung für die Outdoor-Saison auf der Nordhalbkugel. Da Cannabispflanzen für ein gesundes Wachstum und eine spätere stabile Blütenentwicklung konstant warme Temperaturen zwischen etwa 18 und 25 °C brauchen und im Allgemeinen kälteempfindlich sind, geht's im März vor allem um die Vorbereitungen drinnen und die Bodenpflege draußen.
Temperaturen unter 10 °C bremsen das Wachstum ziemlich stark, und Frost kann zu schweren Schäden oder sogar zum Absterben der Pflanze führen.
Start drinnen: Samen keimen lassen
- Cannabissamen solltest du im März oder April drinnen keimen lassen, damit die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung für die Freiluftsaison haben.
- Die Keimung kann zum Beispiel mit der Papiertuchmethode erfolgen, bei der die Samen bei etwa 22–25 °C zwischen feuchte, aber nicht tropfnasse Tücher gelegt werden. Es ist wichtig, Staunässe zu vermeiden, da Sauerstoffmangel während der Keimphase schnell zu Fäulnis führen kann. Sobald die Pfahlwurzel sichtbar wird, sollte der Samen vorsichtig in das vorbereitete Substrat gesetzt werden.
Beleuchtung
Weil die Tage im März noch ziemlich kurz sind und die Lichtintensität niedrig ist, brauchen die Sämlinge drinnen zusätzliche künstliche Beleuchtung. LED-Lampen mit einem höheren Blauanteil sind besonders gut, weil dieser Wellenlängenbereich ein kompaktes und stabiles Wachstum fördert.
Für photoperiodische Pflanzen und selbstblühende Pflanzen sind 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit pro Tag am besten. Man kann die Beleuchtung auch bis zu 20 oder 24 Stunden laufen lassen, aber in der Praxis bringt das meistens keinen großen Vorteil. Zu wenig Licht oder zu viel Abstand zur Lichtquelle führt zu so genanntem „Strecken” (Etiolation), bei dem sich lange, dünne und instabile Stängel entwickeln.
Temperatur und Luftbewegung
Die ideale Keimtemperatur liegt bei etwa 22–25 °C. Nach der Keimung reichen 18–22 °C aus. Ein leichter Luftzug, zum Beispiel von einem kleinen Ventilator, stärkt die Stängel und sorgt für eine stabilere Gewebeentwicklung.
Auswahl und Planung von Außenanlagen
- Sonneneinstrahlung: Der Standort sollte mindestens 6–8 Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag bekommen. Eine Ausrichtung nach Süden ist ideal. Morgensonne ist besonders gut, weil sie den Tau schnell trocknen lässt und so das Risiko von Pilzkrankheiten verringert.
- Allelopathische Pflanzen: Cannabispflanzen solltest du nicht in der Nähe von Pflanzen pflanzen, die stark konkurrieren oder möglicherweise allelopathisch wirken. Der Walnussbaum ist besonders dafür bekannt, dass er über seine Wurzeln und abgefallenen Blätter Juglon freisetzt, eine Verbindung, die das Wachstum empfindlicher Pflanzen hemmen kann. Es ist generell ratsam, große Bäume und sich aggressiv ausbreitende Pflanzen in der Nähe deiner Cannabispflanzen zu vermeiden, da Wurzelkonkurrenz, Beschattung und Nährstoffverarmung oft Probleme verursachen.
- Wind und Schutz: Der Standort sollte vor starken Winden geschützt sein, aber trotzdem eine gute Luftzirkulation haben. Eine gute Belüftung verringert das Risiko von Schimmelbildung, vor allem in der späteren Blütephase.
- Zeitpunkt des Auspflanzens: Junge Pflanzen sollten erst dann dauerhaft ins Freie gesetzt werden, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. In Mitteleuropa ist dies in der Regel erst nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall. Außerdem sollte die Bodentemperatur konstant über etwa 12 °C liegen.
Bodenvorbereitung: Cannabispflanzen im Freiland:
Der März ist super, um den Boden draußen vorzubereiten, weil organische Stoffe Zeit brauchen, um von Mikroorganismen abgebaut und in Nährstoffe umgewandelt zu werden, die die Pflanzen aufnehmen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für kleine Flächen:
- Zuerst solltest du das Gebiet komplett von Unkraut befreien. Versuche, so viel wie möglich vom Wurzelsystem zu entfernen, damit es nicht wieder wächst. Steine und grobe Wurzelreste solltest du auch wegschaffen.
- Als Nächstes solltest du den Boden etwa 30–40 cm tief auflockern. Dafür kannst du eine Spaten oder eine Grabgabel nehmen. Das Ziel ist, die Bodenverdichtung zu verringern, die Belüftung zu verbessern und das Wurzelwachstum zu fördern.
- Bodenverbesserung: Schwere, lehmige und zu feuchte Böden kann man verbessern, indem man groben Sand oder Perlit in einem Anteil von etwa 10 % untermischt. Das verbessert die Drainage und reduziert Staunässe. Blähton eignet sich besser für die Kultur in Kübeln und ist im Freiland nur begrenzt einsetzbar. Sehr sandige Böden profitieren besonders von organischem Material, da es die Wasser- und Nährstoffspeicherung verbessert.
Organische Bodenverbesserungsmittel:
Pro Quadratmeter kannst du etwa 10 bis 20 Liter reifen Kompost in den Boden einarbeiten. Als Ergänzung kannst du Wurmhumus hinzufügen, weil der die mikrobielle Aktivität fördert. Organische Düngemittel kannst du schon im März in den Boden einarbeiten, damit sie bis zur Pflanzung im Mai teilweise zersetzt sind. Durch die frühe Einarbeitung sind die Nährstoffe stabiler verfügbar.
Hochbeet als Alternative:
Anstatt direkt in den heimischen Boden zu pflanzen, kann man im Mai auch ein Hochbeet nutzen. Ein Hochbeet wird im Frühling schneller warm, hat eine bessere Drainage und man hat mehr Kontrolle über die Zusammensetzung des Substrats. Das kann die Pflege vereinfachen und zu stabilen Erträgen beitragen, wenn die Nährstoffversorgung optimal ist.
Den pH-Wert checken:
Der pH-Wert des Bodens sollte getestet werden, weil er die Nährstoffaufnahme stark beeinflusst. Für Cannabis liegt der optimale Bodenwert zwischen etwa 6,0 und 7,0. Wenn der Boden zu sauer ist, kann man etwas Gartenkalk hinzufügen. Ein ausgewogenes Verhältnis der Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) ist wichtig, obwohl im Bio-Anbau die Aktivität der Bodenlebewesen eine zentrale Rolle spielt.
Genetik auswählen:
Für kühlere Gegenden eignen sich robuste und schimmelresistente Sorten wie Chimera Cut, Frozen Black Cherry®, Dankberry®, Epic Buzz®, Sticky Boof hervorragend. Indica-dominante Sorten haben eine kürzere Blütezeit. Auch selbstblühende Sorten sind gut geeignet, da sie unabhängig von der Tageslänge blühen und oft früher geerntet werden können.
Junge Pflanzen solltest du erst draußen pflanzen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, was in Mitteleuropa normalerweise nach den Eisheiligen im Mai der Fall ist.
Tipp für einen guten Start:
Wenn du schon im März mit der Keimung anfängst, solltest du auf eine Keimtemperatur von 22–25 °C achten. Ab dem Keimblattstadium sorgt genug Licht dafür, dass die Pflanzen nicht zu lang werden. Ein Ventilator macht die Stängel mechanisch stärker.
Eine Überdüngung in der Keimlingsphase sollte man unbedingt vermeiden, weil junge Wurzeln empfindlich auf hohe Salzkonzentrationen reagieren.
Viel Spaß growing der kommenden Freiluftsaison!
